Hat das (stationäre) Pflegeheim noch eine Zukunft?

Dr. Uwe K. Preusker

Dr. Uwe K. Preusker, Wissenschaftlicher Leiter Deutscher Pflegekongress

Der Trend in der Altenhilfe ist eindeutig: Ambulant vor stationär – die jüngste Pflegereform hat diesen Weg nachhaltig verfestigt! Doch wird das stationäre Pflegeheim  – oder besser: die stationäre Versorgung schwer und schwerst Pflegebedürftiger– tatsächlich überflüssig, wie es so mancher Branchenkenner vorhersagt? Die Antwort ist ebenso klar: Nein!

Warum? Weil diejenigen Bewohner, die heute in eine stationäre Einrichtung kommen, so schwer bzw. schwerst pflegebedürftig und darüber hinaus in der großen Zahl der Fälle noch schwer dement sind, sodass für sie in den allermeisten Fällen eine andere als die vollstationäre Betreuung nicht möglich ist! Und dieser Trend wird sich nicht nur fortsetzen – er wird sich noch verstärken! Dazu gehört auch, dass die Verweildauer in vollstationären Einrichtungen kontinuierlich sinkt und mittlerweile eher bei sechs Monaten als darüber liegt.

Was bedeutet das? Nötig sind verschiedenste Angebote für die höchst unterschiedlichen Bedürfnisse der zu Pflegenden: Vom leicht Pflegebedürftigen, der am liebsten in den eigenen vier Wänden von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten versorgt wird, über die Wohngemeinschaften und andere neue Wohnformen bis hin zur stationären Einrichtung, die ebenfalls für unterschiedliche Bedürfnisse ausgestattet sein muss! Bedarf wird für all diese unterschiedlichen Versorgungsformen sein – und gefördert werden sollen sie ebenfalls alle! Denn dann wird es auch in Zukunft eine an den Bedürfnissen der zu Pflegenden orientierte bunte Landschaft von Pflege-Angeboten geben!

Ihr Dr. Uwe K. Preusker

Pay for Performance: Wie kann gute Qualität besser bezahlt werden?

Dr. Ingrid Völker

Dr. Ingrid Völker Kongressleitung, Geschäftsführende Gesellschafterin WISO S.E. Consulting GmbH

Alljährlich wird das deutsche Gesundheitswesen Zeuge von mehr oder minder heftigen Honorarkonflikten zwischen Ärzten, Kliniken und Krankenkassen. Letztlich zeigen die Auseinandersetzungen, dass objektive Kriterien zur Festlegung von Preisen für Gesundheitsleistungen, an denen sich die Parteien bei Honorarverhandlungen orientieren könnten, schlichtweg fehlen. Das Verteilungssystem orientiert sich vor allem an der Art und Anzahl der durchgeführten Leistungen und kaum am Behandlungserfolg: Qualität wird durch Quantität verdrängt, wird vielerorts behauptet. Weiterlesen

War for Talents

Der quantitative Ärztemangel ist virtuell – der qualitative Ärztemangel ist real

Prof. Dr. Axel Ekkernkamp

Prof. Dr. Axel Ekkernkamp
Wissenschaftlicher Leiter Deutsches Ärzteforum

Porsche, Mercedes, BMW – nicht nur der Automobilsektor, gleich der gesamte Maschinenbau klagt allerorten seit Jahren über einen Mangel an gut ausgebildeten Ingenieuren. Etwas mehr als 5.000 Ingenieure verlassen jährlich Deutschlands Fakultäten. China „wirft“ jedes Jahr weit über 100.000 neue Ingenieure auf den Markt. Deutschlands Automobilmarken sind gleichwohl weiterhin Exportweltmeister  – unter anderem auch deshalb, weil die Ausbildungsqualität der deutschen Ingenieure anerkannt ist und viele  kluge Köpfe  weiterhin von der Automobilbranche angezogen  werden. Anders in den USA: Dort sinkt der Stern der Automobilwirtschaft.  Vor allem, weil  im Land der Pioniere sich im „War for Talents“ die klugen Köpfe für Firmen wie Apple, Google  und Microsoft entscheiden oder gleich selbst ein Start Up im Silicon Valley gründen, wofür Investoren Millarden Dollar zur Verfügung stellen.

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Ohne wenn und aber für die Pflegekammer

Ein Beitrag von Hedi François-Kettner zum Pflegekongress des Hauptstadtkongress 2014.
Zur Etablierung von Pflegekammern: Nach über 40 Jahren beruflichen Engagements bin ich inzwischen ohne wenn und aber für die Pflegekammer – in jedem Bundesland und bundesweit!

Hedwig Francois-Kettner

Hedwig François-Kettner
Wissenschaftliche Leiterin Deutscher Pflegekongress

Seit Jahrzehnten ist die Pflege in Deutschland trotz zahlreicher, hoch engagierter Mitglieder die Berufsgruppe ohne ausreichende Lobby und genügend Einfluss für die eigenen Belange. Wichtige Themen wie der Pflegebedürftigkeitsbegriff oder die Akademisierung der grundständigen Ausbildung bedurften immer neuer Anregungen, Initiativen, unermüdlicher Mitwirkungen und Ermahnungen seitens der Berufsangehörigen. Viele Berufsverbände engagieren sich klientelbezogen und gemeinsam im Deutschen Pflegerat. Erfolge bei Besetzungsnotwendigkeiten in den einzelnen Sektoren oder bei der Finanzierung von Aus-, Fort- und Weiterbildungen bspw. blieben trotz vieler sachbezogener Argumente in großem Umfang ungelöst. Weiterlesen