Alle Beiträge von Diana Kleine

Umdenken in Politik und Wirtschaft nötig- Potenziale chronisch Erkrankter besser nutzen

Ein Beitrag von Alexander Würfel, Geschäftsführer, AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

Die Altersverteilung auf dem Arbeitsmarkt wird sich drastisch verschieben. Laut Demografiebericht der Bundesregierung werden 2030 knapp 29 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein, 2060 bereits mehr als jeder Dritte. Das bedeutet auch mehr chronisch Erkrankte. Schon heute leidet rund ein Drittel der Erwerbsfähigen unter einer chronischen Krankheit – auch wichtige Fachkräfte. Unternehmen sind deshalb gezwungen, auf diese Entwicklung zu reagieren, wenn sie weiter erfolgreich wirtschaften wollen. Sie müssen es zur Chefsache machen, Lösungen für die Arbeitsfähigkeit chronisch kranker und älterer Mitarbeiter zu entwickeln. Weiterlesen

Diagnostik und Therapie im Einklang

Ein Beitrag von Dr. Heinz Riederer, Leiter Medizin & Gesundheitspolitik, Mitglied der Geschäftsführung,
Sanofi Deutschland und  Dr. Michael Meyer, Vice President Health Policy und National Account Management
der Siemens AG Healthcare, Deutschland

In diesem Jahr findet der Hauptstadtkongress nach 16 Jahren im neuen City Cube in Berlin statt. Den Wechsel der Location nehmen wir zum Anlass, um erstmals mit einem abgestimmten Standkonzept aufzutreten. Das übergeordnete Ziel ist es aufzuzeigen, wie Diagnostik und Therapie ineinander greifen. Eine gemeinsame Darstellung des Behandlungspfades erklärt patientengerecht alles Wissenswertes über verschiedene Krankheitsbilder, angefangen bei der Prävention und Vorsorge, über Therapie und Diagnostik bis hin zur Nachsorge. Weiterlesen

Die medizinische und pflegerische Qualität in Krankenhäusern ist in aller Munde

Ein Beitrag von Andreas Schlüter, Geschäftsführer, Klinikum Westfalen GmbH und Klinikum Vest GmbH

Steigende Qualität bei tendenziell sinkenden Erlösen, geht das? Die große Koalition hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2015 bei der Vergütung von Krankenhausbehandlungen Qualität in den Vordergrund zu stellen. Wir begrüßen diese Initiative grundsätzlich sehr. Denn Qualität hat schon immer und sollte auch zukünftig bei jeder medizinischen und pflegerischen Behandlung eine zentrale Rolle spielen.

Das gilt sowohl für die Prozessqualität als auch für die Outcome Parameter. Durch intensives Qualitätscontrolling, die Nutzung digitaler Prozesspfade wie auch intensiver Casemanagement-Strukturen und regelmäßiger Analysen der Patientenzufriedenheit ist es wichtig, Tag für Tag nachweisbare Qualitätsstandards zu erbringen. Aber Qualität kostet auch Geld.

Wir wünschen uns von der Politik, dass Qualitätsmessung mit dem Augenmaß der Bezahlbarkeit betrachtet wird und aus der Messung von Qualität nicht ein „Bürokratiemonster“ erwächst. Qualitätsparameter dürfen nicht dazu genutzt werden, die Erlössituation der Häuser noch zu verschlechtern. Im Gegenteil, wir erwarten Parameter zur Qualitätssteigerung, die finanziell vergütet werden. Weiterlesen

Companion Diagnostics – Königsweg in der modernen Medizin?

Ein Beitrag von Dr. Michael Meyer, Vice President Health Policy und National Account Management
der Siemens AG Healthcare, Deutschland

Personalisierte Medizin, noch vor Jahren nicht mehr als ein Schlagwort, rückt immer stärker in den Mittelpunkt versorgungszentrierter Diskussionen. Bereits seit geraumer Zeit untersuchen zahlreiche epidemiologische Studien die Häufigkeiten von Erkrankungen und deren Risikofaktoren. Die Gesundheit eines Menschen wird nicht allein durch eine Erkrankung bestimmt, hier wirken viele verschiedene Einflussfaktoren in einer sehr komplexen Art und Weise zusammen. Zu diesen Einflussfaktoren gehören berufliche und soziale Lebensumstände, gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen sowie eine Vielzahl von psychischen und körperlichen Funktionsstörungen und Erkrankungen. Die Personalisierung der Medizin strebt die Analyse dieser Einflussfaktoren an und sucht nach maßgeschneiderten und dadurch besonders wirkungsvollen und auch nebenwirkungsarmen Möglichkeiten der Prävention und Therapie.

Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist allerdings die Verabreichung wirksamer Medikamente. Hier kommt „Companion Diagnostics“, zu Deutsch auch therapiebegleitende Diagnostik, ins Spiel.

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Ist bestmögliche Patientenversorgung im Krankenhaus mit innovativen Medizinprodukten bezahlbar?

Ein Beitrag von Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender P.E.G. eG München und Vorstandsvorsitzender BVBG e. V. Köln

Diese Frage ist eindeutig mit „Ja“ zu beantworten. Voraussetzung dafür ist es aber, dass eine ganzheitliche Kostenbetrachtung des Beschaffungs- und auch des Behandlungsprozesses vorgenommen wird. Die singuläre Preisbetrachtung von Medizinprodukten gibt nur ausschnitthaft wieder, ob ein Diagnose- oder Therapieverfahren wirtschaftlich, also mindestens im Rahmen der Kostenerstattung des DRG-Systems, erbracht wird. Weiterlesen

Mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie

Ein Beitrag von Dr. Georg Greve, Erster Direktor, Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zum
Hauptstadtforum Gesundheitspolitik beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2014.

Mangelnder Informationsfluss in der Patientenversorgung kann fatale Folgen haben! Insbesondere bei der stationären Aufnahme kommt es aufgrund fehlender Informationen zur ambulanten Arzneimitteltherapie und zu Vorerkrankungen des Patienten immer wieder zu vermeidbaren Risiken. Mehr als 25 Prozent aller Medikationsfehler im Krankenhaus gehen auf Fehler in der Medikationsanamnese zurück. Viele Patienten können nur unvollständige Angaben zu ihren Erkrankungen machen.

Um Krankenhäusern alle relevanten Daten eines Versicherten zum Aufnahmezeitpunkt zur Verfügung zu stellen, gibt es einen Service: die elektronischen Behandlungsinformation, kurz eBI. Weiterlesen

Bedeutung der Versorgungsforschung wird weiter wachsen

Ein Beitrag von Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer und Mitglied des Vorstands des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) sowie Geschäftsführer von MedInform – Seminar- und Informations-Service Medizintechnologie zum Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2014.

Die Bedeutung der Versorgungsforschung wird durch die zunehmende Vielfalt an Leistungen und den Kostendruck im Gesundheitsmarkt weiter steigen. Versorgungsforschung bietet die Chance, die Bedeutung der Medizintechnologien für das Gesundheitssystem unter Alltagsbedingungen sichtbar zu machen.

Im Gegensatz zur Klinischen Forschung mit Medizintechnologien ist es das Ziel der Versorgungsforschung, die Qualität und den Nutzen von Therapien der Medizintechnologie für Patienten und Anwender in der täglichen Praxis darzustellen. Versorgungsforschung muss sich am Bedarf der Patienten und Anwender orientieren, den Ist-Zustand analysieren und mit dem Soll-Zustand vergleichen. Weiterlesen

Hat das (stationäre) Pflegeheim noch eine Zukunft?

Dr. Uwe K. Preusker

Dr. Uwe K. Preusker, Wissenschaftlicher Leiter Deutscher Pflegekongress

Der Trend in der Altenhilfe ist eindeutig: Ambulant vor stationär – die jüngste Pflegereform hat diesen Weg nachhaltig verfestigt! Doch wird das stationäre Pflegeheim  – oder besser: die stationäre Versorgung schwer und schwerst Pflegebedürftiger– tatsächlich überflüssig, wie es so mancher Branchenkenner vorhersagt? Die Antwort ist ebenso klar: Nein!

Warum? Weil diejenigen Bewohner, die heute in eine stationäre Einrichtung kommen, so schwer bzw. schwerst pflegebedürftig und darüber hinaus in der großen Zahl der Fälle noch schwer dement sind, sodass für sie in den allermeisten Fällen eine andere als die vollstationäre Betreuung nicht möglich ist! Und dieser Trend wird sich nicht nur fortsetzen – er wird sich noch verstärken! Dazu gehört auch, dass die Verweildauer in vollstationären Einrichtungen kontinuierlich sinkt und mittlerweile eher bei sechs Monaten als darüber liegt.

Was bedeutet das? Nötig sind verschiedenste Angebote für die höchst unterschiedlichen Bedürfnisse der zu Pflegenden: Vom leicht Pflegebedürftigen, der am liebsten in den eigenen vier Wänden von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten versorgt wird, über die Wohngemeinschaften und andere neue Wohnformen bis hin zur stationären Einrichtung, die ebenfalls für unterschiedliche Bedürfnisse ausgestattet sein muss! Bedarf wird für all diese unterschiedlichen Versorgungsformen sein – und gefördert werden sollen sie ebenfalls alle! Denn dann wird es auch in Zukunft eine an den Bedürfnissen der zu Pflegenden orientierte bunte Landschaft von Pflege-Angeboten geben!

Ihr Dr. Uwe K. Preusker