Das Pflegeberufegesetz und die historische Chance

Hedwig François-Kettner Wissenschaftliche Leiterin Deutscher Pflegekongress

Hedwig François-Kettner
Wissenschaftliche Leiterin, Deutscher Pflegekongress

Ein Beitrag von Hedwig François-Kettner, wissenschaftliche Leiterin des Deutschen Pflegekongresses.

Mit der generalisierten Pflegeausbildung wird endlich der Grundstein für die moderne Pflege in Deutschland gelegt! Wie in nahezu allen Staaten auf der Welt ist die gemeinsame Ausbildung die Plattform und der gemeinsame Nenner für die spätere Spezialisierung der Pflegenden. Dieses wird maßgeblich zur Professionalisierung des Berufsstandes, aber auch und vor allem zu einer besseren Patientensicherheit beitragen.

Die Startbedingungen der Auszubildenden, auch was eine angemessene Ausbildungsfinanzierung beinhaltet, werden gerecht gestaltet. Pflegefachwissen für alle Altersgruppen in Deutschland vorzuhalten, ist ein hoheitlicher Auftrag und muss entsprechend strukturell vorbereitet werden. Dass die Bundesregierung diesen Wurf jetzt auf den Weg bringt, ist eine der größten Maßnahmenpakete für die deutschen Pflegenden und die künftig pflegerisch zu versorgenden Patientinnen und Patienten seit Jahrzehnten.

Ja, die Interessenlagen Vieler werden davon berührt: Die Auszubildenden lernen das breite Spektrum der Pflegehandlungsfelder kennen, was Einschränkungen in den Praxisbereichen mit beinhaltet und – ja, die Auszubildenden werden damit auch vor Ausbeutung geschützt. Sie sollen lernen und nicht wie in bisher hohem Maße „Ausgelernte“ zu günstigen Preisen ersetzen. Sie werden ihre Neigungen wie heute auch haben und in ihren künftigen Interaktionen im Sinne einer sicheren Patientenversorgung breitere Kenntnisse mitbringen. Das Früh- oder Neugeborene, das kranke Kind, der Patient und der Bewohner und Pflegebedürftige werden davon profitieren.

Der Zugang in die Ausprägung der Pflegespezialisten ist damit gelegt, ob 3-jährig ausgebildet oder Pflegestudienabschluss – beides ist attraktiv und zukunftsweisend für alle Felder der Pflegeprofession. Und auch der Zugang für die Pflegehilfe erschließt sich, so gewünscht.

Dass alles in der detaillierten Ausgestaltung noch eine große Herausforderung bedeutet, ist evident und wird nicht bestritten. Es empfiehlt sich, die parallellaufende Überprüfung mit Begleitforschung zu versehen.

Ob damit die künftigen Arbeitgeber in allen Feldern in Zukunft genug pflegerischen Nachwuchs haben, wird überwiegend von ihren Konzepten und ihrer bewiesenen Attraktion abhängen. Eine zukunftsweisende Unternehmenskultur muss sich in diesem Zusammenhang beweisen.

Ihre
Hedwig François-Kettner

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