Marktbereinigung ist kein Unglück

„Warum nicht ruhig mal ein Konkurs?“

Die vorgehaltene Hand war gestern. Inzwischen zwitschert es von allen Dächern: Es gibt zu viele Krankenhäuser in Deutschland. Wenn eine Gießkanne, in der Jahr für Jahr weniger Wasser ist, immer die gleiche Zahl Blumen bewässern soll, kann das nicht klappen. Irgendwann vertrocknen alle Pflanzen. Da hilft nur gezieltes Bewässern. Das ist bei Kliniken auch nicht anders.

Heinz Lohmann

Prof. Heinz Lohmann Wissenschaftlicher Leiter Krankenhaus Klinik Rehabilitation

Die Produktivität in deutschen Krankenhäusern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In der Folge können in den gleichen Kapazitäten immer mehr Patienten behandelt werden. Darin liegt die große Chance, überflüssige Angebote vom Markt zu nehmen. Nur, wer soll das tun? Solange sich keine Landräte freiwillig melden und „ihre“ Krankenhäuser zur Streichung vorschlagen, wird es schwierig. Die Krankenhausplanung der Länder hat längst die Segel gestrichen. Gesundheitsminister zu sein, ist ohnehin nicht Vergnügungssteuer pflichtig. Was nun?

Marktbereinigung ist kein Unglück

„Marktbereinigung ist kein Unglück: Warum nicht ruhig mal ein Konkurs?“, meint dazu der wissenschaftliche Leiter des Managementkongresses KKR auf dem Hauptstadtkongress, Prof. Heinz Lohmann. Gleich zum Auftakt der Veranstaltung am 25. Juni um 14.00 Uhr hat er dazu eine spannende Runde von Experten zusammengestellt. Unter seiner Leitung werden diskutieren:

  • Minister Jens Bullerjahn, Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt
  • Eugen Münch, Rhön Klinikum AG, Aufsichtsratsvorsitzender
  • Dr. Axel Paeger, AMEOS Gruppe, Vorstandsvorsitzender
  • Dr. Jens Peukert, Lohfert & Lohfert AG, Vorstandsvorsitzender
  • Alexander Schmidtke, Klinikum Augsburg, Vorstandsvorsitzender

Warum sollte das in anderen Branchen durchaus übliche Instrument der Insolvenz nicht auch in der Gesundheitswirtschaft zur notwendigen Marktbereinigung führen? Was spricht dagegen, auch in dieser Hinsicht ein ganz normaler Wirtschaftsbereich zu werden? Was passiert, wenn die Überkapazitäten weiterbestehen?

Diese und viele weitere Fragen wird Prof. Lohmann mit den Podiumsteilnehmern diskutieren. Ergreifen Sie klar Position. Nehmen Sie schon heute an der Debatte teil: Ihre Wortmeldungen wird der Moderator, Prof. Heinz Lohmann, in die Diskussionsrunde auf dem Hauptstadtkongress einbeziehen.

Nutzen Sie bereits heute die Kommentarfunktion für Ihre Stellungnahme!

4 Gedanken zu „Marktbereinigung ist kein Unglück“

  1. Wer sagt, Krankenhausplanung habe sich verabschiedet, versteht nicht, welchen Zweck Krankenhausplanung hat, nämlich Notfallversorgung zu sichern und Unterversorgung zu vermeiden. Wer will, das Krankenhausplanung steuernd in den Markt eingreift, will Planwirtschaft. Warum soll es kein Überangebot geben? Nur mit Auswahl entsteht Wettbewerb. Richtig ist aber, sich für wirtschaftliche Einheiten einzusetzen = Fusionen, Konzernbildung. Ansonsten gelten wie in anderen Bereichen die Gesetze des Marktes. In Hessen gab es in den letzten Jahren vier Insolvenzverfahren, in allen Fällen hat der Insolvenzverwalter seine Pflicht erfüllt und die Unternehmen gerettet. Übrigens: Rechtsprechung zu Art. 12 GG im Krankenhausbereich beachten! (Schon die Nichtaufnahme in den Krankenhausplan ist ein schwerer Eingriff in die Berufsfreiheit, die nur mit überragenden Gemeinwohlinteressen zu begründen ist). Erst recht wäre die Herausnahme vor Gericht nicht umsetzbar. Alles nicht so einfach! Auch die Kassen wissen, warum sie § 110 SGB V nicht anwenden!

  2. In Anbetracht der Liegezeitverkürzungen und der demographischen Entwicklung braucht Deutschland keine „Marktbereinigung …[und]… Konkurs“, sondern sehr viel mehr Reha-Kliniken, zu denen die darbenden Krankenhäuser schnellsten umgebaut werden sollten.
    Es wäre zusätzlich zu dem, was Herr Metzner aufführt, eine enorme Geldverschwendung der öffentlichen Mittel, die für den Bau der Häuser aufgewendet wurden. Die Neurologischen Kliniken sind hier meiner Meinung nach schon gut aufgestellt.
    Sie bieten für definierte Reha-Phasen, Frührehabilitation Phase B und C, der AHB – Anschlussheilbehandlung Phase D, Ambulante Rehabilitation Phase E und der Zustandserhaltende Pflege Phase F ein Gesamtpaket für alle Phasen in einem Haus oder auch getrennt in verschiedenen Häusern an.
    In nicht allzu weiter Zukunft benötigen wir viele dieser Reha-Kliniken in der Nähe der großen Häuser und den der Maximalversorgung.

  3. Ich habe bisher keinen Widerspruch zu der Aussage gehört, dass es zu viele Krankenhäuser gibt. Über den Weg, sie vom Markt zu nehmen, werden wir am Mittwoch ab 14 Uhr auf dem Hauptstadtkongress „Medizin und Gesundheit“ in Berlin streiten. Die Rolle der Krankenhausplanung und die Bedeutung der Reha-Kliniken werden dabei sicher eine Rolle spielen.

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