Ohne wenn und aber für die Pflegekammer

Ein Beitrag von Hedi François-Kettner zum Pflegekongress des Hauptstadtkongress 2014.
Zur Etablierung von Pflegekammern: Nach über 40 Jahren beruflichen Engagements bin ich inzwischen ohne wenn und aber für die Pflegekammer – in jedem Bundesland und bundesweit!

Hedwig Francois-Kettner

Hedwig François-Kettner
Wissenschaftliche Leiterin Deutscher Pflegekongress

Seit Jahrzehnten ist die Pflege in Deutschland trotz zahlreicher, hoch engagierter Mitglieder die Berufsgruppe ohne ausreichende Lobby und genügend Einfluss für die eigenen Belange. Wichtige Themen wie der Pflegebedürftigkeitsbegriff oder die Akademisierung der grundständigen Ausbildung bedurften immer neuer Anregungen, Initiativen, unermüdlicher Mitwirkungen und Ermahnungen seitens der Berufsangehörigen. Viele Berufsverbände engagieren sich klientelbezogen und gemeinsam im Deutschen Pflegerat. Erfolge bei Besetzungsnotwendigkeiten in den einzelnen Sektoren oder bei der Finanzierung von Aus-, Fort- und Weiterbildungen bspw. blieben trotz vieler sachbezogener Argumente in großem Umfang ungelöst.

Die freiwillige Registrierung der beruflich Pflegenden ist bis auf etwas über 16.000 (von nahezu 1 Million) nicht hinausgekommen. Politisch Verantwortliche kennen weder die exakten Zahlen vorhandener oder evtl. rekrutierbarer, examinierter Pflegender, noch die der künftigen Bedarfe für die Bundesrepublik Deutschland. Wir sind kein Magnet für ausländische Kolleginnen und Kollegen, viele der deutschen professionell Pflegenden sind inzwischen im Ausland im Einsatz und mit den inhaltlichen und fachlichen Möglichkeiten im Beruf (inklusive einer besseren Bezahlung) zufriedener als ehedem in Deutschland.

Die Profession der professionell Pflegenden in Deutschland braucht mit guter Information zu Sinn und Zweck einer Pflegekammer endlich die Möglichkeit einer starken, organisierten und attraktiven Gemeinschaft, die die Pflege der Zukunft, ihre beruflichen Inhalte und Anpassungen, aber auch neue und notwendige Adaptionen an den medizinischen und pflegerischen Fortschritt sicherstellt.

Die Patientinnen und Patienten in den ambulanten und stationären Bereichen sowie die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, aber auch Angehörige und Laien in der Pflege in Deutschland brauchen die Gewähr eines fachlich hoch entwickelten Berufs, der Menschen anzieht, in ihm zu arbeiten und der neben einem hohen Ansehen fachkompetent anleiten,  unterstützen und die Pflegeinhalte zum Beitrag eines guten und selbstbestimmten Pflegelebens weiter entwickeln kann.

Die Politik in Deutschland braucht die Erkenntnis und die Gewähr einer selbständig denkenden und handelnden Profession, die in der Lage ist, ihren Sicherstellungsauftrag für die Patientinnen und Patienten und Pflegebedürftigen über Landesgrenzen hinaus und bundesweit für die Zukunft zu gestalten.

Gemäß Prof. Dr. Frank Weidner „bündeln Kammern professionellen Sachverstand und bringen einen Berufsstand in Fragen der Berufsausübung, der Qualität, der Weiterbildung und der Professionalisierung voran. Sie fördern sozusagen die Disziplinarität auch als wichtige Voraussetzung zur Inter-disziplinarität. Ganz praktisch beraten Kammern ihre Mitglieder in allen relevanten fachlichen, beruflichen, juristischen und ethischen Fragen und geben ihnen damit eine verlässliche Grundorientierung. Das kostet selbstverständlich einen Mitgliedsbeitrag, aber man bekommt ja auch was dafür.“

Die gute Entwicklung in Rheinland Pfalz ist ermutigend und muss unbedingt in weiteren Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland Nachahmer finden – ich bin nach über 40 Jahren beruflichem Engagements inzwischen unbedingt und ohne wenn und aber für die Pflegekammer – in jedem Bundesland und Bundesweit!

Weitere Infos: www.pflegekammer-gruendungskonferenz-rlp.de

Ihre Hedi François-Kettner

18 Gedanken zu „Ohne wenn und aber für die Pflegekammer“

  1. Sehr geehrte Frau Francois-Kettner,

    ich kann ihrer Argumentationslinie uneingeschränkt zustimmen. Die Realitäten der Gesundheitsversogung verlangen längst nach einer eigenen Profession der Gesundheitsberufe und nur eine Kammer schafft die geeignete rechtlichen und politische Verankerung in unserem Gesundheitssystem.

  2. Sehr geehrte Frau Francois- Kettner,
    auch ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Damit jedoch die professionelle Pflege von der gebündelten Fachkompetenz profitieren kann, müssen die Berufskollegen eingehend über die Pflegekammer informiert und auch motiviert werden, sich an der Arbeit der Pflegekammer aktiv zu beteiligen. Nur so kann das Modell der Pflegekammer funktionieren. Dafür sollten alle Akteure zur Pflegekammer ihre Kräfte bündeln. Hier in Berlin, sowie in den anderen Bundesländern.

  3. Sehr geehrte Frau Francois- Kettner,

    an der Einführung der Pflegekammern in allen Bundesländern führt kein Weg mehr vorbei.
    Die Professionalisierung in der Pflege schreitet mit großen Schritten voran. Angehörige der Pflegeberufe sind bereit, neue und zusätzliche Aufgaben und damit verbundene Verantwortung zu übernehmen.
    Die Kammer sorgt mit klaren Regelungen und Vorgaben für den nötigen Rahmen und sichert gleichzeitig die Möglichkeit der Mitwirkung der Pflegenden bei erforderlichen Entscheidungen.

  4. Liebe Hedi,

    Ich kann Deiner Argumentation in vollem Umfang folgen und die Positionen nur nachträglich unterstützen. Die Zeit ist reif, dass die Profession Pflege nach den vielen Jahren endlich eine eigene berufsständische Vertretung bekommt, damit die Zukunft der Profession in eigenen Händen liegt.
    An dieser Stelle sei auch mal allen gedankt, die über Jahrzehnte mit einem außerordentlichen ehrenamtlichen Engagement, trotz vieler Rückschläge nicht aufgegeben und sich für die Gründung von Pflegekammern eingesetzt haben. Rheinland Pfalz wird viel,in Bewegung bringen nach dem „Domino-Prinzip“, wenn ein Stein fällt, ist das Weitere nicht mehr aufzuhalten!

  5. Sehr geehrte Frau Francois-Kettner,
    Sie habe kurz und präzise die zentralen Argumente für die Pflegekammer beschrieben. Auch ich habe die Hoffnung, dass wir mit dem gelungenen Beispiel in Rheinland-Pfalz eine Sogwirkung für die anderen Bundesländer erreichen. In Rheinland-Pfalz hat sich gezeigt, dass die sehr intensive Aufklärungsarbeit und Informationspolitik im Vorfeld der Abstimmung elementar war für den Erfolg der Abstimmung. Ich hoffe, dies lässt sich übertragen.
    Ihre
    Ruth Klein

  6. Sehr geehrte Frau Francois-Kettner,
    Sehr geehrte Frau Lázár,
    Liebe Pflegekollegen,

    wie in den persönlichen Gesprächen mit Frau Francois-Kettner und Frau Lázár, stimme auch ich den offenen Worten und Meinungen zu, die sich für eine Pflegekammer einsetzen. Momentan jedoch gestalten sich die Voraussetzungen schwierig. Wie Frau Lázár richtig beschreibt, muss die Aufklärung im Vordergrund stehen. Aus der Praxis ist uns allen bekannt, dass sich Pflegende kaum mit dem „Für und Wider“ einer Pflegekammer befassen, da deren Vorteile größtenteils unbekannt sind. Dieser Sachverhalt wird von der Politik schamlos ausgenutzt und der Pflegenotstand auf dem Markt fällt uns Pflegenden auf die Füße. Resultat: Eine bedingungslose sowie adäquate Professionalisierung der Pflege muss das 1. Ziel für uns Pflegende sein, welches ein Zusammschluss in Form einer (Pflege-)kammer und die Akademisierung miteinschließt.
    Die Kompromissbereitschaft der Pflege muss endlich aufhören und deswegen ganz klar: Ohne wenn und aber für eine Pflegekammer.

  7. Liebe Frau Francois- Kettner,

    vielen Dank für die von Ihnen gestartete Aktion der ich, wie Ihnen sicherlich kalr ist, absolut zustimme. Schade, dass wir im Rahmen des Hauptstadtkongresses dieses Thema nicht stärker in den Fokus stellen konnten. Dies würde ich mir für das nächste mal wünschen. Gerade ein Kongress, bei der die wesentlichen Player des Gesundheitswesens zusammenkommen ist eine ideale Plattform um über das Thema, gerne auch kritisch konstruktiv ins Gespräch zu kommen. Die Pflegekammer löst nicht alle Probleme der Pflege aber sicherlich trägt sie dazu bei, dass die Problemlösung endlich mal nachhaltig beginnt und nicht immer um das Problem herumgeredet wird wie ich es heute mehrfach im Rahmen des Hauptstadtkongresses von politischer bzw. ministerieller Seite hören musste.

  8. Sehr geehrte Frau Francois-Kettner,
    war ich bis vor Kurzem noch sehr FÜR eine Kammer, sind solche Statements nunmehr nicht mehr dazu geeignet, mich zu überzeugen. Es sind einfach keine Neuigkeiten dabei und müde bin ich es, seit Jahren die selben Versprechungen zu hören, mit dem Trost auf eine bessere Zeit. Partizipation am eigenen Beruf ist noch immer ein Hexenwerk. Die Befürworter dessen lesen sich wie das who-is-who in der künftigen Pfründesicherung der Kammerbildung. Wäre diesen an Besserungen gelegen – gerade SIE hatten es doch für ein Gebilde der Maximalversorgung in der Hand. Wie soll ich Ihnen Glauben? Ist es nicht so, dass die Campus-Kollegen noch immer nicht den 100% Anteil am Tariflohn aller Häuser bekommen? Oder irre ich da? Läge irgendwem aus den führenden Reihen an einer Kammer, dann gäbe es nahezu Zwangsfortbildungen auf diesem Gebiet, damit alle informiert sind. Hier formiert sich m-E. eine neue Lobby, von der die Basis widerum GAR NICHTS hat- außer die Aussicht auf bessere Zeiten. Diese Heilserwartungen und -versprechungen sind abgenutzt, sie taugen nicht mehr zu meiner Bekehrung, es ist in der wirtschaftlichen Lage, in der sich Pflegende befinden, nahezu obskur, Professionalität zu predigen, und Gotteslohn zu zahlen.

  9. Sehr geehrte Frau Francois- Kettner,

    als Mitglied der Gründungskonferenz zu Errichtung einer Pflegekammer in Rheinland Pfalz begrüße ich ihre Initiative.
    Selbstbewusste Pflege braucht eine Möglichkeit der politischen Einflussnahme. Die in einem Kammersystem in Deutschland gegeben ist.

    Herr Minister Gröhe sprach heute in seinem Vortrag von der Wichtigkeit des G-BA.
    Hier muss die Pflege eine Mitbestimmung eingeräumt werden. Dies kann durch eine Bundespflegkammer erfolgen.
    Mir ist bewusst das wir lange schon von einer Pflegekammer reden, in Rheinland Pfalz haben wir nun die Möglichkeit diese zu implementieren. Ich glaube das wenn ein Bundesland vorangeht anderen folgen werden.

    Ich würde mir wünschen wenn Sie beim nächsten Hauptstadtkongress dieses Thema nochmal aufnehmen würden, denn hier wäre das Forum hierfür.

  10. Sehr geehrte Frau Francois-Kettner,
    nach nun 43 Berufsjahren,werde ich in Kürze meine Freistellungsphase in der ATZ
    antreten.Während dieser Zeit,war ich grösstenteils in leitender Funktion.Ich habe mich immer,an der Basis und in den Berufsverbänden,leidenschaftlich für eine Pflegekammer eingesetzt .Es war ein langer und von Hindernissen besetzter Weg.Vielen Dank an alle Kollegen/innen die auch mitgekämpft haben.Ich hoffe,dass die Pflege,den Stellenwert bekommt,den sie schon sehr lange verdient hat.

  11. Sehr geehrte Frau François-Kettner,
    liebe Hedi,
    danke für die klare Positionierungen. Diese zielt in Richtung der eigene Kolleginnen und Kollegen sowie in Richtung der politischen Entscheider. Die Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen und muss auf allen Ebenen vorangebracht werden.
    Warum sollten andere etwas für uns tum sollen? – Wir müssen selbst investieren, um unsere Position zu stärken.
    Gut ist, dass mittlerweile Fakten geschaffen werden – Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein gehen politisch den Weg ‚pro Pflegekammer‘.

  12. Liebe Hedi,

    danke für Deine klare Positionierung zur Etabilierung von Pflegekammern. Ich unterstütze Deine Argumenation uneingeschränkt. Wenn nicht jetzt, wann dann?

    „Auf geht’s… denn wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge hin, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.“ (Kurt Marti)

  13. Liebe Frau Francois-Kettner!

    Gerade zurück vom Hauptstadtkongress nutze ich gern diese Möglichkeit, um Ihnen ohne Einschränkung zuzustimmen. Pflegekammer sofort und bundesweit!!!

    Wir brauchen eine starke Stimme, die sich (auf)stellt.

    Ebenfalls stimme ich dem Kollegen Dr. Mai zu, der wie ich der Meinung ist, daß der Hauptstadtkongress eine gute Gelegenheit wäre, diese Forderung laut und deutlich in den Fokus zu stellen. 2015 bietet sich, dann unter Ihrer wissenschaftlichen Begleitung, die nächste Gelegenheit.

    Dort, wo alle Akteure zusammen kommen, da gehören unsere Forderungen hin.

    Bitte machen Sie weiter so und nicht vergessen: „Wir müssen aufhören brav zu sein!“

    Danke für den Blog

    Ihr Ulrich Deutsch

  14. Sehr geehrte Frau Frau Francois-Kettner,
    auch von meiner Seite volle Zustimmung zur Etablierung einer Pflegekammer in Deutschland! Zur eigenständigen Darstellung und Weiterentwicklung der Profession Pflege der Sicherung der pflegerischen Versorgung im ambulanten und stationären Sektor und als eindeutige Interessenwahrnehmung und Verhandlungspartnerin für Politik. Gerade bei Arbeitskontakten im Ausland muss ich immer wieder feststellen, mit wieviel Verwunderung die Tatsache, dass es in Deutschland keine Kammer / kein Board gibt quittiert wird.

  15. Sehr geehrte Frau Francois-Kettner,

    vielen Dank, dass Sie diesen Blog erstellt haben und die Forderung nach Pflegekammern somit nochmal ausdrücklich unterstützen. Im Rahmen des Hauptstadtkongresses gab es ja eine durchaus kritische Auseinandersetzung zu dem Thema. Aus meiner Sicht konnten Sie jedoch mit guten Argumenten überzeugen.
    Auch aufgrund der weiterhin sehr erfreulichen Entwicklungen in Rheinland-Pfalz dürfen Pflegende hoffen, dass sich nun endlich was tut.

  16. Seit 40 Jahren in der Pflege kann ich den Ausführungen nur zustimmen. Die Pflege braucht endlich die Abkehr von der Fremdbestimmung und die Hoheit über die beruflichen Normen. Unter den heutigen Bedingungen geht dies nur mit einer Pflegekammer.

  17. Liebe Frau Francois-Kettner,

    die Pflegekammer ist mehr als überfällig.
    Solange es keine kompetente und allseits akzeptierte Schnittstelle auf allen Ebenen, vor allem in der Politik gibt, wird es keine vernünftige, wirtschaftlich und moralisch vertretbare Lösungen geben.
    Selbst die nächste Reform wird keine wirkliche Verbesserungen bringen, sondern unter dem Deckmantel „für die Demenzkranken“ nur ein Umschichten mancher Kosten in die Pflegeversicherung. Möchte nicht wissen wieviele mit extremen Hilfebedarf wieder auf der Strecke bleiben oder in der stationären landen, weil sie Probleme haben aufgrund des hohen Zeitbedarfs im ambulanten Bereich einen „Versorger“ zu den niedrigen Pauschalen zu finden. Oder aufgrund des hohen Zeitdrucks wichtige Dinge einfach übersehen werden.

    Liebe Grüße

  18. Werte Frau Francois-Kettner,
    entschuldigen Sie bitte….

    …. aber ich frage mich wirklich mit welcher Rechtfertigung man professionell arbeitende Pflege-Fach-Kräfte in eine Staatlich verordnete Zwangsabhängikkeit treibt, sowohl in der Ausübung ihres Berufes, als auch in Form einer Zwangsabgabe??? Wir alle zahlen bereits schon einen Soli- Beitrag, – sollte das Ihnen vielleicht entgangen sein??!!!

    – Zitat1: Die freiwillige Registrierung der beruflich Pflegenden ist bis auf etwas über 16.000 (von nahezu 1 Million) nicht hinausgekommen.-

    -Zitat2: Die Politik in Deutschland braucht die Erkenntnis und die Gewähr einer selbständig denkenden und handelnden Profession, die in der Lage ist, ihren Sicherstellungsauftrag für die Patientinnen und Patienten und Pflegebedürftigen über Landesgrenzen hinaus und bundesweit für die Zukunft zu gestalten.-
    Ich würde dazu gerne ein paar Dinge anführen, die so glaube ich auch meine restlichen Kollegen vielleicht interressieren dürfte, deshalb zuerst zum zweiten Zitat….

    … ich finde es Zuhöchst abwertend gegenüber allen professionell, im Pflegebereich, tätigen Fachkräften solch eine Aussage aufzustellen. Der Eindruck entsteht, dass diese Bundesweit nicht ihren Aufgaben in Eigenverantwortung nachkommen könnten und deshalb eine übergeordnete Kontrollinstanz zur Sicherstellung des Pflegeauftrages benötigen würden!

    Eine Ohrfeige für alle professionell motivierten engagierten Pflegekräfte, die tagtäglich mit Empathie und Achtung in würdevollem Umgang sich um Menschen kümmern!!

    Die Politik hat sich aus ihrer Verantwortung zu vielen grundlegenden Themen geschlichen wie, z.B. einer leistungsgerechteren Bezahlung oder der überdurchschnittlichen, vieler Orts schon fast unmenschlichen Mehrbelastung am Arbeitsplatz. Um das alles Überschaubarer, tranzparenter zu machen braucht man nun einer Pflegekammer und vor allem Statistiken

    Eine Pflegekammer die, um es einmal auf den Nenner zu bringen, seinen Mitgliedern nichts anderes anbietet als begleitenden Service im Dienste des qualitativen Pflegeprozeßes und dessen Optimierung.

    Ich bin sehrwohl für eine Berufsordnung! Wir Alle hatten diese grundlegenden Themen bereits in der Ausbildung und, neue Erkenntnisse hierzu, oder einfach nur Auffrischung der Inhalte, als auch Weiterbildungen hierzu, machen absolut Sinn.

    Ich finde es jedoch im höchsten anmaßend, dass eine „künftige Pflegekammer“, welche noch nicht einmal existiert, Ihren“künftigen Mitgliedern“ bereits im Vorfeld „per RamschFlyer mit Berufsausschluss droht“ sollten sie sich dem Registrierungsvorgang wiedersetzen .

    Das schafft alles Andere als VERTRAUEN…. sondern MISSTRAUEN!!!
    Wo bleibt das Recht auf freie Entscheidung???

    Der Begriff „ALTERNATIVLOS“ bekommt hier EINE NEUE traurige QUALITÄT!

    Es ist eine Staatlich verordnete ZWANGSABGABE, welche nur am RANDE den Mitgliedern zugute kommt und Kausal betrachtet, dem Einzelnen, im alltäglichen, vieler Orts herschenden Arbeitschaos, nicht hilft – im Gegenteil: Sie schafft zwielichte Freiräume für die Arbeitgeber mit Rückendeckung eines Instruments das wir auch noch selbst finanziell fördern, und am Ende,….. sich verschärft gar noch gegen uns richtet…

    Viele in dieser Branche die, wenn Überhaupt NOCH, in einer Gewerkschaft sind werden wohl aus finanziellen Gründen sich diese wohl nicht mehr leisten können!!!

    Die Politik ist zum Selbstläufer mutiert, braucht keine wirkliche Mehrheiten mehr, sondern beläßt es lediglich bei dem Versuch, welcher unabhängig davon wie er ausgeht, nach Gutdüngen politisch ganz schnell „Nachkorrigiert“ wird!

    „Die freiwillige Registrierung der beruflich Pflegenden ist bis auf etwas über 16.000 (von nahezu 1 Million) nicht hinausgekommen, Zitat Ende.“

    Was ich aber bis jetzt noch nicht weiß und von Ihnen auch nicht bekanntgegeben worden wurde ist:
    Wieviele wurden überhaupt dazu befragt, bzw., wieviele haben dieses Vorhaben schriftlich abgelehnt?????????

    Übrigens:
    weder Ich noch meine Frau, beide in der Pflege schon viele Jahre tätig haben, NICHT EINEN, dieser ominösen Fragebögen zum Thema „Pflegekammer- ja-oder nein“ erhalten!!! Wir hätten gerne Mit-abgestimmt!! Dafür haben wir heute diesen Flyer vorgefunden „Pflegekammer in Kürze“ wo bereits alles schon beschlossene Sache ist samt der staatlich verordneten Beiträge die wir dann monatlich zahlen sollen. Ich denke nur an jene, die sowieso schon maßlos unterbezahlt sind für die außerordentliche Leistung die sie tagtäglich erbringen…

    Diese künftige Pflegekammer verschreibt per Gesetzgeber jedem Berufsausübenden in dieser Bransche Medikamente, welche er weder wieder Absetzen noch verweigern kann! Tut er es doch, wird er Zwangseingewiesen (Beitragssatz) bestenfalls droht ihm der Verlust seiner Freiheit (Berufsverbot)!!!

    Soviel zur W-E-R-T-S-C-H-Ä-T-Z-U-N-G für diesen Beruf

    Doch selbst wenn… hat sich überhaupt schon einmal Jemand beim DBfK, dieser Hochelitären Gilde, außer über Experten- Pflegestandards und deren permanent neuen Umsetzungen, Gedanken darüber gemacht, dass bei vielen unhaltbaren Z-U-S-T-Ä-N-D-E-N die tragischerweise immer wieder in Pflegeeinrichtungen Existieren nicht Selten den Betreiber eine gewaltige Mitschuld trifft? ->> Keiner mag wohl politische Wellen verursachen und irgendwann feststellen müssen, daß die Frucht der eigenen Arbeit nicht dort ankommt wo sie soll – auch nicht ein DBfK ! <<- Ursachen dafür sind u.a. unzählige katastrophal angelernte Pflegehelfer mit 200 Std. Papierkurs für die… übrigens – auch noch die Fachkräfte die Verantwortung haben…. Ein Irrsinn ohne gleichen und von Krankenkassen samt MDK für angemessen bewertet!

    An dieser Stelle….
    Liebe Mitkolleg(inn)en, wir sind keine Technokraten sondern in erster Linie MENSCHEN welche ihre Berufung ausüben, mit Empathie und Verständniss oftmals über unsere physische und psychische Leistungsgrenze hinaus! Wir lassen uns vieles gefallen und jede Menge andere unschöne Dinge welche im normalen Leben wohl bei manchem Gericht mehr Beachtung finden würden aber: wir sind rational und logisch denkende Wesen und wissen sehr wohl um die Gebrechen und Einschränkungen jener Menschen die wir aus Überzeugung versorgen!

    Jahr für Jahr, stehen 100tausende von Fachkräften, vor immer schwierigeren Aufgaben und vor deren Bewältigung ohne dass sich die Struckturen ändern! Das Arbeitsvolumen wird nach oben gepusht ohne Rücksicht auf deren Gesundheit . Einen Mehrwert gibt es für Sie nicht stattdessen nur Mehrarbeit! Wir haben die empathische Intension älteren Menschen ihren letzten Lebensabschnitt in Würde und Achtung zu ermöglichen mit dem Gefühl von Nähe,Geborgenheit und Halt!

    Unsereins dagegen wird angeprangert wird Stigmatisiert oftmals durch das Versagen von, rein Profit- orientierten – nicht Konform zum Pflegeauftrag arbeitenden Pflegeeinrichtungen und deren Betreiber. Unternehmen haben Narrenfreiheit werden sogar noch für falsches Management belohnt. Ich kenne Kollegen, bei denen die Verquickung von Berufsethos und dessen Infragestellung durch Dienstanweisungen sehr Eng verknüpft sind. Gewissenskonflickte sind keine Seltenheit. Oftmals bleibt nur noch die Kündigung.

    Es geht um die Zukunft und Sicherung des Pflegeprozesses der Pflegebedürftigen, aber auch um die Zukunft der Pflegenden und deren Belastbarkeit. Die Grenzen sind bereits lange überschritten, doch keiner fühlt sich dafür verantwortlich! Beides ist miteinader unweigerlich verknüpft und muss im Gesamten betrachtet werden! Die Rolle des Arbeitgebers und dessen Verhalten im Pflegeprozeß spielt hier eine ganz entscheidende Rolle! Die Kassen reichen hierfür nicht aus, da besonders diese seit Jahren intensiv Leistungsdumping verfolgen, die Unterversorgung im Pflegebereich regelrecht forciert.

    Wenn man schon eine Halbstaatliche Institution nunmehr auch für die Pflegeberufe anstrebt, dann sollte diese Alle Bereiche in der Pflege abdecken.

    In der jetzt geplanten Form haben wir nur einen Fisch… der nicht schwimmen kann…

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