Bei der Digitalisierung Patienten in den Mittelpunkt stellen!

Ulrike Elsner

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek)

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Das Gesundheitswesen wird innovativer, die digitale Versorgung der GKV-Versicherten verbessert: Mit dem Entwurf des „Digitale Versorgung Gesetzes“ (DVG) hat die Politik jüngst einen wichtigen Schritt zur Modernisierung des Gesundheitswesens getan. Unter anderem sollen innovative Gesundheits-Apps schneller in die Regelversorgung der Versicherten kommen; die elektronische Patientenakte (ePA) wird zukünftig u. a. die Daten des Impfpasses, der U-Untersuchungen und des Zahn-Bonusheftes enthalten (vorausgesetzt, dass die Versicherten dies wünschen). Und ab 2021 haben die Versicherten einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser ihre medizinischen Daten inklusive Arztbrief und Medikationsplan auf der ePA ablegen. Das wird insgesamt für mehr Transparenz und noch mehr Sicherheit in der Gesundheitsversorgung sorgen.

Die Politik greift damit auch langjährige Forderungen der Ersatzkassen auf und stellt den Patienten in den Mittelpunkt. Das ist gut!

Gut ist auch, dass es für die Krankenkassen künftig leichter werden soll, ihren Versicherten neue digitale Versorgungsformen anzubieten. Damit können die Kassen ihre Versicherten auf Wunsch z. B. bei bestimmten Erkrankungen über das Smartphone ansprechen und ihnen besondere Versorgungsprogramme oder Apps anbieten. Für die Ersatzkassen ist das Ansporn, noch mehr innovative Programme und Services für die Versorgung ihrer Versicherten in der Stadt und auf dem Land zu entwickeln.

Für uns nicht hinnehmbar am geplanten Gesetz ist allerdings, dass mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) künftig eine staatliche Behörde die wichtige Entscheidung treffen soll, ob eine Gesundheits-App in den Leistungskatalog der Kassen aufgenommen wird oder nicht. Diese Entscheidung ist – wie bei den „analogen“ Behandlungsmethoden auch – originäre Aufgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), also der gemeinsamen Selbstverwaltung. Der G-BA verfügt über die notwendige Expertise, nur er kann angemessen zwischen dem Nutzen neuer digitaler Anwendungen und dem Patientenschutz abwägen. Aber der G-BA braucht für digitale Angebote wie Apps und Co. beschleunigte Verfahren der Nutzenbewertung und Erprobung! Dafür sollte die Politik die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, statt dem Staat zu übergeben, was die gemeinsame Selbstverwaltung im Sinne aller Versicherten am besten kann. Die Ersatzkassen haben bereits Ideen entwickelt, wie sowohl vorhandene Zugangswege besser genutzt als auch eine zügige Erprobung neuer digitaler Therapieoptionen sichergestellt werden kann.

Über diese und viele weitere Aspekte der Digitalisierung im Gesundheitswesen werden wir am Mittwoch, 22. Mai 2019, von 11:30 bis 13:00 Uhr im Saal M1 auf dem HSK sprechen. Titel der Veranstaltung: „Telemedizin, Apps & Co. – brauchen wir eine Fast Lane in die Regelversorgung?“ Ich freue mich, wenn Sie dabei sind!

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