Der politische Schwung in Sachen Pflege darf nicht zum Umkehrschwung werden

Peter Bechtel

Peter Bechtel, Vorstandsvorsitzender Bundesverband Pflegemanagement

Ein Beitrag von Peter Bechtel, Vorstandsvorsitzender, Bundesverband Pflegemanagement e.V.

Eines vorweg: Nie zuvor gab es so viel Bewegung und Initiative seitens der Politik, um die Pflege nach vorne zu bringen. Die Aktivitäten, die im letzten Jahr auf den Weg gebracht worden sind, sind wichtig und richtig. Auch die bereichsübergreifende Herangehensweise, wie sie bei der Konzertierten Aktion zum Tragen kommt, ist ein wesentlicher Schritt nach vorne. Das Thema Pflege kann nicht isoliert betrachtet und gelöst werden. Die Erwartungen an die Ergebnisse sind groß.

Wenn wir diesen positiven Schwung zum Positiven nutzen wollen, bedarf es aber einer ganz wesentlichen Voraussetzung: Die Aktionen dürfen nicht zum Aktionismus verkommen, denn dann werden wir einen Umkehrschwung erleben. Am Beispiel der Pflegepersonaluntergrenzen wird das aktuell besonders deutlich. Die Festlegung eines Mindestpersonalschlüssels für die Pflege und Betreuung von Patienten ist längst überfällig. So ein Schlüssel lässt sich jedoch nicht im Vorbeigehen definieren. Sonst werden aus Untergrenzen schnell Obergrenzen und der Effekt kehrt sich in die umgekehrte Richtung dessen, was eigentlich das Ziel war.

Bei der Vielfalt der Initiativen ist daher eine konzentrierte und fokussierte Vorbereitung der Maßnahmen unter Hinzuziehen aller verfügbarer Expertise aus der Praxis unabdingbar. Bereits beschlossene Gesetze und Vereinbarungen müssen fein- oder nachjustiert werden. Alle bisherigen und künftigen Maßnahmen müssen in einem Masterplan zusammengeführt werden, dessen Umsetzung durch ein Bundesinstitut für Pflege überwacht werden muss. Nur so sind mögliche Synergien, aber auch Überschneidungen und Zielabweichungen erkennbar.

Entscheidend für den Erfolg wird sein, dass bei aller positiven Energie wichtige Schritte in der Evaluierung der Praxistauglichkeit nicht übersprungen werden.

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