Digitale Medizin als eigener Versorgungsbereich

Joachim M. Schmitt

Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied, BVMed

Ein Beitrag von Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied, BVMed – Bundesverband Medizintechnologie.

Der BVMed spricht sich für neue Zugangswege für digitale und telemedizinische Anwendungen aus und schlägt als zusätzlichen Versorgungsbereich „Digitale Medizin“ vor. Dafür sind besondere Evaluationen erforderlich, die den Besonderheiten von Digital Health entsprechen. Die bisherigen Erfahrungen, beispielsweise mit dem Telemonitoring in der Herzmedizin, zeigen, dass die bestehenden Instrumente dafür untauglich sind.

Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung ist die ganzheitliche digitale Abbildung der Versorgungsprozesse erforderlich. Nur wenn hierbei alle Akteure integriert sind, ergibt sich ein Mehrwert. Dies setzt den zügigen Aufbau des elektronischen Gesundheitsberuferegisters und die Ausgabe der Heilberufeausweise an die nicht-approbierten Heilberufe, beispielsweise die Pflege, Homecare-Unternehmen oder Sanitätshäuser, voraus. Dies schafft zudem die Grundlage für die Stärkung der Vernetzung der beteiligten Akteure und damit der sektorenübergreifenden Versorgung.

Um Gesundheitsdaten versorgungs- und forschungsorientiert nutzbar zu machen, sind Regelungen zur sicheren Erhebung und Verwendung dieser Daten notwendig. Wir plädieren für die Einrichtung eines akteursübergreifenden Gremiums, das die Anforderungen hieran definiert.

Nach dem neuen Koalitionsvertrag will die Bundesregierung zudem „neue Zulassungswege für digitale Anwendungen schaffen, die Interoperabilität herstellen und die digitale Sicherheit im Gesundheitswesen stärken“. Zur Umsetzung dieses Vorhabens schlagen wir vier Punkte vor:

    1. Wir brauchen neue Zugangswege für digitale und telemedizinische Anwendungen. Dafür sind besondere Evaluationen erforderlich, die die Besonderheiten von Digital Health entsprechen.
    2. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die bestehenden Instrumente dafür untauglich und die Prozesse nicht sachgerecht sind. Wir wollen gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern in einem akteursübergreifenden Gremium an einem zielgerichteten und pragmatischen Konzept mitarbeiten (E-Health-Initiative).
    3. Aufgrund der sektorenübergreifenden Relevanz digitaler Anwendungen schlagen wir einen zusätzlichen Versorgungsbereich Digitale Medizin vor – unabhängig von den bestehenden Versorgungssektoren und mit einer eigenen Vergütung.
    4. Die neue Digitale Medizin ließe sich aus Mitteln des Gesundheitsfonds und angepasster RSA-Zuweisungen finanzieren, beispielsweise mit 1 Milliarde Euro jährlich zum Ausprobieren neuer digitaler Anwendungen und Instrumente. Damit wäre Deutschland ein Vorreiterland im Zeitalter der digitalen Gesundheit. Die Ankündigung eines solchen Vergütungssystems könnte den Fortschritt im Gesundheitsbereich in Deutschland stimulieren und befördern.

Diskutieren Sie mit uns am Stand von BVMed – Bundesverband Medizintechnologie im Ausstellungsforum des Kongresses: Sie sind herzlich willkommen!

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