Ist die Digitalisierung der Schlüssel zu besseren Impfraten?

Dr. Stefan Kentrup

Dr. Stefan Kentrup, Head of Public Affairs, Sanofi Pasteur

Ein Beitrag von Dr. Stefan Kentrup, Head of Public Affairs, Sanofi Pasteur.

Impfungen sind neben sauberem Wasser eine der besten und kostengünstigsten Maßnahmen für eine Volkswirtschaft. Durch Impfungen schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in seinem Umfeld.

Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sind zwischen 2007 und 2017 etwa 190.000 Menschen in Deutschland an Erkrankungen gestorben, gegen die man sich impfen lassen kann. Deutschland hat beispielsweise mit einer Grippeimpfrate von 34,8 % in der Gruppe der über 60-Jährigen die niedrigste Grippeimpfquote aller Industrienationen. Das WHO- und EU-Ziel von 75 % wird damit deutlich verfehlt. Lediglich 32,4 % der Erwachsenen haben zudem laut aktueller Auswertung des RKI in den letzten 10 Jahren eine Pertussis (Keuchhusten)-Impfung bekommen.

Es steht außer Frage, dass wir deutlich bessere Impfraten in Deutschland brauchen, um uns alle vor durch Impfungen vermeidbare Krankheiten zu schützen.

Seinen persönlichen Impfstatus findet man in seinem gelben Impfpass – zumindest theoretisch. Denn viele Menschen haben ihn gut verstaut, vielleicht sogar verloren oder man schaut zu selten hinein. Er zeigt zudem nur, wann man welche Impfungen bekommen hat. Die Transferleistung zum Impfstatus – also, ob was fehlt und wenn ja was – muss man selbst machen. Wer weiß schon als Nicht-Mediziner, wann welche Impfungen aufgefrischt werden müssen?

Die Digitalisierung könnte ein Schlüssel zu besseren Impfraten sein. Ein digitaler Impfausweis mit Impfstatus auf der elektronischen Patientenakte, der den Arzt und den Patienten erinnert, wenn Impfungen gemäß der Ständigen Impfkommission (STIKO) fehlen oder aufgefrischt werden müssen, wären ein erster guter Schritt.

Am Dienstag, 21. Mai 2019, diskutieren wir von 16.30 Uhr – 18 Uhr die Chancen der Digitalisierung für bessere Impfraten und welche weiteren Schlüssel im Impfwesen es geben könnte, um Impfraten zu steigern. Die Diskussion startet mit einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Wieler. Es folgt eine Podiumsdiskussion mit folgenden Teilnehmern:

  • Prof. Dr. Lothar Wieler, Präsident, Robert Koch-Institut
  • Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Dr. Thomas Fischbach, Präsident, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
  • Christian Klose, Vertreter der Abteilung „Digitalisierung und Innovation“, Bundesministerium für Gesundheit
  • Maria Klein-Schmeink, Gesundheitspolitische Sprecherin, Bündnis 90/Die Grünen
  • Dr. Stefan Kentrup, Head of Public Affairs, Sanofi Pasteur

Moderiert wird die Veranstaltung von Ute E. Weiland, der Geschäftsführerin von Deutschland – Land der Ideen.

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