Neue Player auf der Überholspur: Ist die tradierte Gesundheitswirtschaft im Rückwärtsgang?

Prof. Heinz Lohmann, wiss. Leiter, Krankenhaus Klinik Rehabilitation

Ein Beitrag von Professor Heinz Lohmann, Wissenschaftlicher Leiter des Managementkongresses KKR.

Zwei gegenläufige Entwicklungen kennzeichnen derzeit den Zustand der Gesundheitswirtschaft. Zum einen lässt sich die Gesundheitspolitik leider häufig von dem Gedanken leiten, immer mehr Regulierung sei die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft. Zum anderen treten neue, weltweit agierende Player auf den Markt, für die Gesetze und Verordnungen von untergeordneter Bedeutung zu sein scheinen. Sie lassen sich strikt von den Bedürfnissen der Konsumenten, sprich der Patienten, leiten. Deren Akzeptanz nimmt der Politik weitgehend den Wind aus den Segeln, weil sie wenig Angriffspunkte für Interventionen bieten. Im übrigen verschafft ihnen ihre Kapitalstärke eine machtvolle Position.

Was kann die tradierte Gesundheitswirtschaft von den Newcomern lernen? Ganz vorne weg wird es darum gehen, im Zweifel nicht weiter abzuwarten, sondern eine aktive Position zu beziehen. Unternehmerischer Mut ist künftig eine überlebensnotwendige Tugend, auf die kein Gesundheitsmanager verzichten sollte. Viel zu lange waren die führenden Kräfte der Branche zu zögerlich und haben zudem zu oft die Politiker um Hilfe gerufen. Wer aber den Staat zum Handeln auffordert, darf sich hinterher nicht über zu viel Regulierung beschweren. Gesetze sind nun mal die gängigen Instrumente öffentlichen Handelns.

Mut zum unternehmerischen Management ist das Gebot der Stunde. Im Programmteil des im Mai kommenden Jahres stattfindenden Hauptstadtkongresses für die Kliniken werden deshalb die Themen, die den Patienten als Konsumenten zentral behandeln, ganz wichtige Positionen einnehmen. Es geht um die Optimierung der Behandlungsprozesse, insbesondere auch um ihre Digitalisierung. Dieser Gedanke wird sich wie ein roter Faden durch das Programm des Managementkongresses KKR ziehen. Das Motto lautet deshalb: „Modernisierung vor Regulierung: Mut zum unternehmerischen Management“.

#HSK19

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