Versorgung gemeinsam gestalten

Peter Vullinghs

Peter Vullinghs, CEO Philips DACH und Market Leader Health Systems

Ein Beitrag von Peter Vullinghs, CEO Philips DACH und Market Leader Health Systems.

Das deutsche Gesundheitssystem zählt zu den leistungsfähigsten der Welt. Aber um dieses Niveau weiterhin zu halten, braucht es ein Umdenken und neue Wege der Kooperation zwischen Versorgern und Industrie. Nur in Japan und Italien leben mehr Menschen im Alter 60+ als hierzulande. Die Zahl multimorbider, chronisch kranker und pflegebedürftiger Patienten steigt stetig. Gleichzeitig sehen wir uns mit einem Fachkräftemangel und begrenzten finanziellen Ressourcen konfrontiert. Früher erfolgreiche Versorgungsstrukturen haben ausgedient, ein Umdenken ist überfällig.Wir brauchen einen Wandel von der aktuellen episodischen, vorrangig reaktiven hin zu einer kontinuierlichen, proaktiven Gesundheitsversorgung. Die Aufgabe lautet: Brüche überwinden – sowohl an den Sektorengrenzen als auch zwischen den Abteilungen eines Krankenhauses. Alle Leistungserbringer, die an der Behandlung eines Patienten beteiligt sind, sollten Zugriff auf alle relevanten Informationen haben. Dabei bietet E-Health eine enorme Chance, denn ein besserer Informationsfluss kann die Versorgung effizienter machen und die Qualität steigern. Eine gleichgültige oder gar restriktive Haltung gegenüber der Digitalisierung können wir uns einfach nicht länger leisten! Außerdem muss der konkrete Nutzen für den Patienten stärker in den Fokus rücken. Nach dem Konzept von Value Based Healthcare sollte sich der Wert einer Leistung aus dem patientenrelevanten Outcome in Relation zu den aufgewendeten Kosten ergeben.

Einen großen Schritt in Richtung digitale Zukunft haben wir mit Herzeffekt MV getan, einem im April unter Federführung der Universitätsmedizin Rostock in Mecklenburg-Vorpommern gestarteten und durch den Innovationsfonds geförderten Kooperationsprojekt. Ziel ist es, die Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern und Hypertonie in einem von Unterversorgung bedrohten Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern sicherzustellen. Der Future Health Index bestätigt das zunehmende Stadt-Land-Gefälle. Laut der von Philips beauftragten globalen Studie glauben 69 % der deutschen Bevölkerung und 79 % der Ärzte, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung in der Peripherie schlechter ist. Immer mehr Landärzte verabschieden sich in den wohlverdienten Ruhestand, Nachwuchs ist nicht in Sicht.  Für uns heißt das: Wir als Unternehmen müssen mit unseren Partnern eng zusammenarbeiten und innovative Lösungen für das Gesundheitssystem von morgen entwickeln. Die Politik muss währenddessen für die passenden Rahmenbedingungen sorgen. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir den Menschen die bestmögliche Gesundheitsversorgung bieten.

Lassen Sie uns doch gemeinsam über die Gestaltung medizinischer Angebote im ländlichen Raum diskutieren. Eine gute Gelegenheit dazu bietet die Session „In the middle of nowheream Mittwoch, 6. Juni um 14:00. Dort spreche ich darüber, wie chronisch kranke Patienten abseits der Ballungszentren von integrierten Versorgungsnetzen profitieren.

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