Warum wir über Kohorten streiten, statt MehrWerte für Gesundheit zu schaffen

Jürgen Graalmann

Jürgen Graalmann, Geschäftsführender Gesellschafter, Die Brückenköpfe GmbH

Ein Beitrag von Jürgen Graalmann, Geschäftsführender Gesellschafter, Die Brückenköpfe GmbH.

Die politische Diskussion um die notwendige Weiterentwicklung der Nutzenbewertung von Arzneimitteln scheint derzeit festgefahren: Kostenträger kritisieren stetig steigende Preise für neue Medikamente und fordern weitere Preisbegrenzungen. Dagegen beklagt die Pharmaindustrie die mangelnde Attraktivität der Rahmenbedingungen und kritisiert die Methodik der Nutzenbewertung. Wir streiten dabei auch immer wieder auch über Kohorten.

Die festgefahrene Diskussion über Symptome versperrt den Blick auf die eigentlichen Ursachen. Die Erforschung neuer Wirkstoffe hat mit den Möglichkeiten der Präzisionsmedizin deutlich an Komplexität gewonnen. Zusammen mit gestiegenen regulatorischen Anforderungen gerät die Forschungsproduktivität unter Druck. Dabei ist gerade Letztere der zentrale Schlüssel für hochwirksame und gleichzeitig bezahlbare Medikamente.

Denn nur mit einer höheren Forschungsproduktivität wird es in Zukunft gelingen, neue Medikamente schnell und zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung zu stellen. Moderne Verfahren, wie Omics, Deep Data und Künstliche Intelligenz helfen dabei, die Komplexität besser zu beherrschen und die Forschungsproduktivität zu steigern. Mit Hilfe dieser Technologien kann es gelingen, jedem Patienten die für ihn bestmögliche Behandlung zugänglich zu machen – und das evidenzbasiert! Eigentlich.

Denn auch die Evidenzgenerierung steht vor neue Herausforderungen. Wie misst man den Nutzen einer Therapie im Vergleich zum Behandlungsstandard, wenn dieser sich immer schneller verändert, weil in hoher Schlagzahl neue Wirkstoffe für immer kleinere Patientenpopulationen entstehen? Was braucht es für eine belastbare Evidenz in Zeiten der Präzisionsmedizin? Ist die Subgruppe die neue Zielgruppe?

Die Antworten entscheiden darüber, ob der medizinische Fortschritt für alle bezahlbar bleibt und MehrWerte für Gesundheit schafft. Das Interesse daran sollte alle Akteure einen und zu gemeinsamen Lösungen bewegen.

Mehr dazu am 22. Mai um 9:00 – 10:30 Uhr (Raum A4) im Symposium „Innovationen in der Onkologie: Patientensorgen und Zahlersorgen“ mit den folgenden Diskussionsteilnehmern:

  • Prof. Carsten Bokemeyer, UKE
  • Thomas Müller, BMG
  • Prof. Christoph Straub, Barmer
  • Dr. Matthias Suermondt, Sanofi

Moderation: Prof. Wolfgang Greiner, Uni Bielefeld

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