Wege aus der Leasing-Spirale

Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Wiss. Leiter des Deutschen Ärzteforums

Ein Beitrag von Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Ärzteforums beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit.

Wenn es darum geht, Leasing-Kräfte im Pflege- oder OP-Bereich einzusetzen, treibt das bei Klinik-Geschäftsführern, Pflegedirektoren und OP-Verantwortlichen regelmäßig Schweiß auf die Stirn: Was das wieder kostet und welche Qualitätsprobleme das wieder mit sich bringt. Ganz zu schweigen von den eigenen Mitarbeitern, die sich darüber beschweren, noch mehr Nacht- und Wochenendschichten schultern zu müssen, weil das Leasing-Personal ja nur normale Dienste übernimmt.

Was auch zur Wahrheit gehört: Es geht – zumindest derzeit in Ballungsräumen – nicht ohne sie. Der Markt ist komplett leergefegt und wer sollte es Pflegekräften verdenken, dass sie sich einen Arbeitgeber in der Leasingbranche suchen, bei dem sie für gleiches Geld weniger arbeiten müssen als bei der Anstellung direkt im Krankenhaus. Das hat eine Spirale mit vielen unliebsamen Nebenwirkungen in Gang gesetzt: innerhalb der gleichen Berufsgruppe gibt es deutliche Gehaltsunterschiede, ungeliebte Dienste werden auf immer weniger Schultern verteilt, ständig mit fremden Kollegen im Team zu arbeiten erfordert höheren Abstimmungsbedarf und kann ganz schön anstrengend sein – alles das fördert nicht das Betriebsklima. Dazu kommt: Es kostet Zeit und droht zulasten von Qualität zu gehen, wenn betriebsfremde Mitarbeiter immer wieder Geräteeinweisungen benötigen oder nicht das KIS des Krankenhauses beherrschen, kaum jemand kann mit Medico, SAP oder Orbis gleich gut umgehen. Und natürlich gibt es gute und weniger gute Leasingkräfte.

Wie  kommen wir aus dieser Spirale wieder raus? Behebt eine immer wieder geforderte Schließung von Krankenhäusern den Fachkräftemangel (und reduziert damit das Leasing-Geschäft), weil dann die übrigen Häuser das freigesetzte Personal übernehmen können? Oder müssen Kliniken viel mehr tun, um Mitarbeiter dauerhaft an sich zu binden? Darüber wollen wir am Mittwoch, 22. Mai, beim Deutschen Ärzteforum diskutieren.

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